Hausbetreuer statt Hausbesorger: Alles bleibt anders

Wenn Robert Ramadanoski morgens in die Arbeit will, muss er nur vor die Wohnungstür treten. Seit Herbst ist er der „Hausbetreuer“ des Simmeringer Gemeindebaus, in dem er seit zwölf Jahren wohnt.

Bei der Volksbefragung im Februar 2010 stimmten 84 Prozent der Wähler für eine Wiedereinführung der Hausbesorger. Im Wiener Wahlkampf warb die SPÖ massiv damit. Weil aber ohne Änderung des Bundesgesetzes kein Hausbesorger neu eingestellt werden kann, schuf die Stadt Wien den Hausbetreuer. Er hat keine Dienstwohnung, dafür fixe Arbeitszeiten und eine Einschulung – unter anderem auch in Kommunikation und Konfliktmanagement. Das dabei Gelernte hat Ramadanoski aber noch nicht gebraucht: „Bis jetzt sind die Mieter sehr friedlich“, erzählt er.

Erst acht Hausbetreuer haben bisher ihren Job angetreten. Bewerber gibt es genug, sagt Eva Zoufal von Wiener Wohnen, doch die Zuteilung zu den einzelnen Gemeindebauten ist nicht einfach: Der Hausbetreuer muss im Umkreis von 300 Metern wohnen.

Falter, 30.3.2011

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