Die alte Tante geht auf Reisen

“Spiegel” und “Zeit” denken schon lange eher in Sprach- als in Landesgrenzen. Jetzt expandiert auch die ehrwürdige “Neue Zürcher Zeitung” – im Netz und zunächst nur nach Österreich. Doch sie hat größere Ambitionen.

Wenn es so etwas gibt wie ein traditionsreiches Start-up, dann ist es das, was seit einigen Monaten in der Bräunerstraße 11 in der Wiener Innenstadt entsteht. In einem schmucklos-modern eingerichteten Büro im ersten Stock eines alten Palais entwerfen ein paar Menschen um die 30 im Auftrag eines alten ein neues Medium: den Österreich-Ableger der angesehenen Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Mit ihren 235 Jahren ist die NZZ eine der ältesten noch existierenden Zeitungen im deutschen Sprachraum – “alte Tante” wird sie auch genannt.

An diesem Mittwoch soll die Wiener Nachrichtenseite online gehen. Bei dem Experiment geht es aber nicht nur um den österreichischen Markt. Es ist vor allem auch ein Test für einen viel bedeutenderen Schritt, den die NZZ innerhalb der kommenden Jahre wagen will: den zum großen Nachbarn Deutschland.

Veit Dengler, der neue Chef der NZZ-Gruppe, hatte das Projekt vor einem Jahr angekündigt. Dengler ist Österreicher und war in seiner Heimat zuletzt als Mitbegründer der liberalen Partei Neos aufgefallen, die es 2013 aus dem Stand ins Parlament schaffte.

Nun will er seine dezidiert liberale Zeitung in seine Heimat holen. Das Besondere an der NZZ Österreich: … Weiterlesen auf sueddeutsche.de

Süddeutsche Zeitung, 20.1.2015

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