Loan offers hope for Libyan students in Australia

The Australian government is providing a loan to help ease the plight of Libyan students in Australia.

As the Gaddafi regime has crumbled in recent weeks, hundreds of Libyan students in Australia have been watching with mixed emotions. Many are supportive of the rebels who have been fighting to bring down the government of Colonel Muammar Gaddafi. But the turmoil in Libya has also meant difficulties for them in Australia. There’s some hope now that those difficulties will be alleviated by a decision by the Australian government to support them. Ruth Eisenreich reports.

SBS Radio World News, 02/09/2011

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Die verschwundenen 726 Euro

Seit Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) ihr Drei-Säulen-Modell zur Studienfinanzierung präsentiert hat, ist die Debatte um die Studiengebühren neu entbrannt: Karls Modell sieht ihre Wiedereinführung vor. „Die SPÖ hat die unsozialen Studiengebühren mit gutem Grund abgeschafft“, sagt SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas dazu, und laut dem Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, „löst die Wiedereinführung von Studiengebühren die finanziellen Probleme der Universitäten nicht“. BZÖ-Wissenschaftssprecher Rainer Widmann hingegen unterstützt Karl: „Wenn nicht sofort wieder Studiengebühren eingeführt werden, drohen den heimischen Studierenden massive Nachteile“, fürchtet er.

Was haben all diese Politiker gemeinsam? Ob sie der Regierung oder der Opposition angehören, ob sie für oder gegen ein kostenpflichtiges Studium sind: Einstimmig behaupten sie, dass es in Österreich zur Zeit keine Studiengebühren gibt. Read More »

Der Staat lässt sich nichts zurückzahlen

Viele Länder bieten Studierenden günstige staatliche Kredite an – Österreich nicht

Wien – Drei Möglichkeiten haben österreichische Studierende, sich ihren Lebensunterhalt zu finanzieren: durch Arbeit, Stipendien oder mit der Hilfe ihrer Eltern. In vielen anderen Ländern haben Studenten noch eine vierte Möglichkeit: Sie können sich vom Staat Geld ausborgen, um ihr Studium zu finanzieren.

In Österreich ist das nicht möglich. Hierzulande sind Überlegungen zu Studentenkrediten immer an die Studiengebührendiskussion gebunden: Wissenschaftsministerin Beatrix Karl forderte in ihrem Drei-Säulen-Modell Studentenkredite “ergänzend zu Studienbeiträgen”. Und Sigrid Wilhelm, Sprecherin von Bildungsministerin Claudia Schmied, will unter diesen Bedingungen über Studentenkredite gar nicht erst nachdenken, weil Schmied sowieso gegen Studiengebühren sei.

Dabei sind Studentendarlehen auch in vielen europäischen Ländern, in denen es keine Studiengebühren gibt, üblich (siehe Wissen). Eine große Rolle spielen sie vor allem in Skandinavien. Hier endet die Unterhaltspflicht der Eltern grundsätzlich mit dem 18. Lebensjahr; die Beihilfensysteme sind daher darauf ausgelegt, dass Studenten sich ohne Unterstützung ihrer Eltern erhalten können. Niedrigverzinste Kredite, die in den Jahren nach Abschluss des Studiums zurückgezahlt werden müssen, machen in diesen Systemen oft den größten Teil der staatlichen Unterstützung aus.

Auch Schottland setzt auf Studentendarlehen. Hier gibt es zwar Studiengebühren, doch der Staat ersetzt sie den meisten Studenten. Schottische Studierende können Darlehen von umgerechnet bis zu 500 Euro pro Monat bekommen; je nach sozialer Bedürftigkeit wird maximal die Hälfte davon in ein Stipendium umgewandelt.

Die Besonderheit am schottischen System: Zurückzahlen müssen Uni-Absolventen ihre Kredite erst, wenn sie mehr als umgerechnet 1460 Euro monatlich verdienen. Je höher das Einkommen, desto höher ist auch die monatliche Rate. Verdient ein Absolvent so wenig, dass er seinen Kredit nach 35 Jahren noch nicht zurückgezahlt hat, wird ihm die verbliebene Summe erlassen. Solche Regelungen gibt es in den skandinavischen Ländern nicht, doch auch hier kann man in finanziellen Notlagen die Rückzahlung zumindest aufschieben.

Die OECD-Studie “Education at a glance 2010” nennt zwei Argumente für Studentenkredite: Weil Darlehen nach der Rückzahlung neu vergeben werden, könnten von ihnen mehr Studenten profitieren als von Stipendien; und ein Teil der Kosten für Bildung würde sich auf diejenigen verlagern, die am meisten davon profitieren.

Die ÖH sieht das anders. “Darlehen sind vor allem für Studierende aus der Mittel- und Oberschicht interessant”, sagt das Vorsitzteam der ÖH-Bundesvertretung, “Studierende aus sozial niedrigeren Schichten haben große Scheu vor einer Verschuldung.”

Eine Mini-Variante von Studentendarlehen gibt es übrigens auch in Österreich: Wer Studiengebühren zahlt und keine Beihilfe bezieht, kann unabhängig von sozialer Bedürftigkeit bei einer Bank ein gefördertes Darlehen beantragen. Der Bund übernimmt dann zwei Prozent der Zinsen.

Der Standard, 3.3.2011

Platzmangel, Raumgerangel und ein bisschen Kampf

Die Raum- und Gebäudepolitik der Unis wird immer wieder kritisiert – Was ist dran an Gerüchten über falsch geplante Uni-Gebäude und Privilegien bei der Hörsaalvergabe? Der UniStandard hat sich umgehört

von Ruth Eisenreich und Johannes Lau

Wien – Überfüllte Hörsäle, zu kleine Gebäude, über die ganze Stadt verstreute Institute: Die Raumplanung an den Universitäten ist für Studierende oft frustrierend und schwer nachvollziehbar. Verantwortlich gemacht wird dafür schnell “das Rektorat”. Doch hinter den Missständen an den österreichischen Universitäten stecken komplexe Probleme.

Die Uni Wien zum Beispiel kann als Innenstadt-Uni nicht einfach zubauen, wenn die Zahl ihrer Studierenden steigt. “2004 hatten wir 63.000 Studierende, jetzt haben wir 88.000. Das Geld ist aber nicht mehr geworden”, sagt der für Infrastruktur zuständige Vizerektor der Uni Wien, Johann Jurenitsch. Sein wichtigstes Ziel: die vielen über Wien verteilten Universitätsstandorte durch wenige große und nah beieinanderliegende zu ersetzen.

Das neue Gebäude in der Währinger Straße ist ein Beispiel dafür. Hier sollen 2012 die Informatik – die momentan über elf Standorte in sechs Bezirken verteilt ist – und die Publizistik einziehen. Doch es ist absehbar, dass das neue Gebäude wegen der unerwartet stark gestiegenen Studierendenzahlen bald zu klein sein wird. “Man muss nicht nur die Leute unterbringen, die schon da sind, sondern die neuen mit dazu. Noch zwei Jahre, und wir brauchen noch mehr Platz” , sagt Klaus Schönbach, Institutsvorstand der Publizistik.

Ähnliche Probleme gibt es beim Gebäude in der Sensengasse 3a, das Bildungs-, Sprach- und Vergleichende Literaturwissenschaft beherbergt. Alle drei Institute waren zuvor in sanierungsbedürftigen Wohnhäusern untergebracht. Der Umzug im Herbst 2010 stellte also eine Verbesserung dar, aber die Freude ist getrübt: Die Hörsäle im neuen Gebäude sind wegen ebenfalls gestiegener Studierendenzahlen zu klein. “Wir haben immer gesagt, man muss auch ein bisschen Reserve einplanen”, sagt Norbert Bachleitner, Abteilungsleiter der Vergleichenden Literaturwissenschaft: “Aber an Wachstum hat niemand gedacht” . Um solche Probleme in Zukunft zu vermeiden, ermittelt die Abteilung für Raum- und Ressourcenmanagement derzeit in einem Rechercheprojekt die Vorschläge der Studierenden und Lehrenden zur Hörsaalorganisation.

Auch das Gerücht, dass bestimmte alteingesessene Lehrende bei der Raumverteilung bevorzugt würden, soll ausgeräumt werden: Laut Vizerektor Jurenitsch würden die Hörsäle mittlerweile nur im Hinblick auf die Auslastung und nicht nach traditionellen Vorrechten vergeben. Da sei bei den Instituten oft Überzeugungsarbeit notwendig, sagt Harald Peterka vom Ressourcenmanagement augenzwinkernd: “Auch wenn die Institute meist sehr kooperativ sind – manchmal ist es auch ein bisschen wie ein Kampf.”

Der Standard, 3.3.2011

Technikerinnen unter sich

Einige deutsche Universitäten bieten technische Studien speziell für Frauen an

von Ina Ho Yee Bauer und Ruth Eisenreich

Wien/Berlin – “Elektrotechnik? Ein Mädchen?” Reaktionen wie diese bekommt Jovana Popovic (24) häufig, wenn sie von ihrem Studium erzählt. Nur einer von 25 Elektrotechnik-Absolventen sei weiblich, erzählt Brigitte Ratzer, Leiterin der Frauenförderung an der Technischen Universität Wien. Ähnlich sehe es in vielen technischen Fächern aus; trotz Förderungsinitiativen ändere sich die Situation nur langsam.

Um dieses Problem zu lösen, bieten einige deutsche Hochschulen nach US-amerikanischem Vorbild technische Studiengänge nur für Frauen an. An der JadeHochschule Wilhelmshaven können sich angehende Wirtschaftsingenieurinnen seit 1997 aussuchen, ob sie ihre ersten drei Semester in einer gemischten Gruppe oder unter Frauen absolvieren wollen. Vor Einführung des Frauenstudiums seien hier pro Jahr ein bis zwei Frauen auf 45 Männer gekommen, erzählt Studiengangsleiterin Ulrike Schleier. Mittlerweile hätten das gemischte und das Frauenstudium zusammen einen Frauenanteil von fast 30 Prozent. Das Curriculum und das Abschlusszeugnis seien in beiden Studien gleich: “Auch wenn wir es nach außen hin einen eigenen Studiengang nennen, ist es juristisch nur eine Teilung innerhalb einer Gruppe von Studenten.”

Im Gegensatz dazu ist das seit 2009 bestehende Studium “Informatik und Wirtschaft” an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin ganz offiziell ein reines Frauenstudium. Im Curriculum werde mehr Wert auf Wirtschaft und Soft Skills gelegt als in vergleichbaren Studien, erklärt Professorin Juliane Siegeris: “Frauen haben Interesse daran, dass beim Informatikstudium eine Anwendung dabei ist.” Trotzdem handle es sich um kein “Informatik light”-Studium: “Objektiv von den Inhalten und Dozenten gibt es keinen Unterschied.”

PC einschalten für Anfänger

Dennoch sind die Studentinnen oft mit Vorurteilen konfrontiert: “Informatik für Frauen, lernt man da, wie man einen PC einschaltet und Kochrezepte raussucht?”, wurde die Informatik-und-Wirtschaft-Studentin Sabrina Altmann von Freunden gefragt.

Wozu brauchen Frauen nun überhaupt ein eigenes Studium, wenn sie technisch gleich begabt sind wie Männer? “Frauen denken oft, dass sie nicht in ein technisches Studium gehören. Wir wollen ihnen ein Sprungbrett bauen”, erklärt Schleier. Dass es im späteren Berufsleben Unterschiede zwischen Absolventinnen von gemischten und Frauenstudien gibt, glaubt sie nicht – Frauen hätten generell immer noch schlechtere Berufsaussichten als Männer.

Wäre ein Frauenstudium auch in Österreich vorstellbar? “Im Moment ist der politische Wille dafür nicht da”, meint Doris Kapeller von Peripherie, dem Institut für praxisorientierte Genderforschung. Wissenschaftsministerin Beatrix Karl kennt die Idee jedoch gar nicht; sie findet sie “spannend” und will sich informieren. Ratzer, der zufolge die – aus dem normalen Uni-Budget bezahlten – deutschen Studiengänge “hervorragend” umgesetzt sind, fände einen Frauenstudiengang in Österreich aber nur bei entsprechender Finanzierung sinnvoll. Ein schlecht ausgestattetes Studium wäre “ein Schuss ins Knie”, befürchtet sie: “Das wird dann als Sonderprogramm für Frauen eingestuft, die für ein richtiges Studium zu deppert sind.”

Sie fragt sich, ob in Österreich überhaupt Nachfrage besteht: “Junge Frauen lehnen frauenspezifische Maßnahmen zunehmend als Sonderbehandlung ab.” Popovic bestätigt das: Sie glaubt, dass Frauenstudien mehr Frauen in die Technik bringen würden; selbst würde sie aber keines belegen

Der Standard, 25.11.2010